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Hanns-Seidel-Stiftung China

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Neu erschienen

Blickpunkt China 02 2016
Über die Arbeit der Hanns-Seidel-Stiftung in China.

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"Öffentliche Finanzen und Ausgleichsmechanismen in China und Deutschland"
Schriftenreihe "Im Dialog mit China"
Band 12, 2016
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"Gesellschaft im Fluss - Arbeitsmigration und soziale Ungleichheiten in der Volksrepublik China"
AMEZ Band 18, 2016
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Grüner Unterricht an chinesischen Grundschulen

Das Thema Umwelt spielt in Schulen eine zunehmend wichtige Rolle. Die Hanns-Seidel-Stiftung führt gemeinsam mit chinesischen Partnern ein Projekt zur Entwicklung der Umwelterziehung an chinesischen Grundschulen durch.

Am 19. und 20. März 2015 fand in Hangzhou, der Hauptstadt der Provinz Zhejiang, ein von der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) in Kooperation mit der Zhejiang International Studies University (ZISU) organisiertes deutsch-chinesisches Symposium zur Umwelt- und Bildungsforschung statt. Unter anderem wurde dort ein Projekt vorgestellt, das dazu beitragen soll, eine systematische Umwelterziehung an chinesischen Grundschulen zu etablieren. Bereits eine Woche nach dem Symposium, am 30. März 2015, unterzeichneten die Projektpartner, die ZISU, das Lehrerfortbildungszentrum der Stadt Shanghai (LFZ Shanghai), die Universität Passau sowie die HSS eine gemeinsame Absichtserklärung zu dessen Durchführung.

Während der dreijährigen Laufzeit werden an ausgewählten Pilotschulen in Shanghai und Zhejiang Unterrichtsmodule entwickelt, in denen Umweltthemen aus verschiedenen Perspektiven behandelt werden. Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert und von den deutschen und chinesischen Projektpartnern gemeinsam durchgeführt.

19 Pilotschulen konnten für das Projekt gewonnen werden

Zhao Jiehui in einer der Projektschulen

Am 25. und 27. April 2015 fanden in Shanghai und Hangzhou erste Vorstellungsseminare statt, bei denen interessierte Schulen die Gelegenheit hatten, sich über das Projekt zu informieren. Insgesamt 19 Schulen konnten auf den Veranstaltungen für das Projekt gewonnen werden, was das große Interesse an diesem Thema verdeutlicht. Inhaltliche und methodische Unterstützung in der Modulentwicklung erhalten die Pilotschulen sowohl durch das LFZ Shanghai und die ZISU als auch durch die Universität Passau, die die Arbeit wissenschaftlich begleitet und darüber hinaus für die Evaluation des Projektes verantwortlich ist.

Gegenüber den Schulen fassten Frau Prof. Wu Weidong von der ZISU und Vizedirektorin Zhao Jiehui vom LFZ Shanghai die Vorteile des Projektes zusammen: Das Projekt trägt zunächst zur Professionalisierung der chinesischen Lehrkräfte bei, da es neben fachlichen auch von didaktisch-methodischen Lehrerfortbildungen begleitet wird. Des Weiteren können die teilnehmenden Schulen die bereits vorhandenen Ansätze zur Umwelterziehung systematisieren. Obwohl die meisten Pilotschulen Umwelt- und Klimaschutz in ihrem Unterricht thematisieren, sind sie nicht fest in den Curricula verankert. Wie Wu und Zhao weiterhin erklärten, schafft das Klimaprojekt Voraussetzungen für eine fächerübergreifende und engere Zusammenarbeit zwischen chinesischen Grundschulen, regionalen Bildungskommissionen und Universitäten. Die für das Klimaprojekt aufgebauten Netzwerke und Plattformen können auch für andere Projekte und Anliegen verwendet werden. So wird über das Klimaprojekt ein deutsch-chinesisches Forschungsnetzwerk aufgebaut, dem sich weitere Akteure anschließen können.

In der zweiten Phase werden Unterrichtsmodule in weiteren Provinzen Chinas eingeführt

Janne Leino beim Besuch einer Grundschulklasse

Der Projektmanager des Klimaprojektes und Sprecher der deutsch-chinesischen Steuerungsgruppe, Janne Leino, bedankte sich für das Interesse der Schulen und die Unterstützung der regionalen Bildungskommissionen bei der Durchführung des Projektes. „Kinder haben eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sie schon im jungen Alter lernen, wie sie durch eigene Entscheidungen umweltbewusst handeln können“, so Leino.

Ferner betonte er, dass die Einführung der Module über Shanghai und Zhejiang hinaus einen wesentlichen Beitrag zur Förderung umweltgerechten Handelns leisten kann. In einer zweiten Phase des Projektes sollen diese daher auch in weniger entwickelten westlichen Provinzen Chinas, wie etwa Yunnan, Qinghai und Xinjiang, zur Anwendung kommen. Dabei kann die HSS auf die Netzwerke der chinesischen Partner zurückgreifen, sodass noch in diesem Sommer erste Bildungsmaßnahmen in Westchina durchgeführt werden können.