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Hanns-Seidel-Stiftung im Web 2.0

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Argumentation kompakt 9. November 2016 – 17/2016 „Wir wollen Partnerschaft und keine Konflikte“
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Förderung des Genossenschaftswesens in Griechenland

Im Rahmen der VI. Jahreskonferenz der Deutsch-Griechischen Versammlung, die vom 3. bis 5. November 2016 in Nafplio auf dem Peloponnes stattfand und an der über 400 deutsche und griechische Vertreter der Zivilgesellschaft teilnahmen, führte die Hanns-Seidel-Stiftung einen Workshop zum Thema „Nutzung des Potenzials von Agrargenossenschaften“ durch.

Ludwig Mailinger
Blick ins Auditorium

In seiner Begrüßungsrede wies Ludwig Mailinger, Hanns-Seidel-Stiftung, darauf hin, dass es alleine in Deutschland 7.600 eingetragene Genossenschaften mit über 20 Millionen Mitgliedern gebe, was auf ein riesiges Potenzial, das in dieser Idee stecke, schließen lasse. Gerade die griechischen Agrargenossenschaften stünden vor einem radikalen Wandel, da sie sich dem verschärften Wettbewerb stellen müssten.

Alexis Bakouros vom griechischen Landwirtschaftsministerium betonte in seinem Statement, dass die griechische Regierung beabsichtige, das Genossenschaftswesen auf neue gesetzliche Grundlagen zu stellen, um mit den schlechten Gewohnheiten der Vergangenheit aufzuräumen und die Leistungsfähigkeit von Agrargenossenschaften zu erhöhen.

Yannis Grypiotis, Bürgermeister von Evrotas / Lakonia, hob in seinem Beitrag die Notwendigkeit hervor, landwirtschaftliche Genossenschaften durch die Kommunen gezielt zu unterstützen und das Vertrauen der Bauern in die Genossenschaften gezielt zu stärken. Es gelte, der immer noch verbreiteten „Schattenwirtschaft“ entgegenzuwirken und für das genossenschaftliche Engagement zu werben.

Aus Fehlern der Vergangenheit müsse man – so Kostas Papavasileiou, Vorsitzender der Agrargenossenschaft von Kiato / Korinthia – lernen und deshalb die Produktivität von Genossenschaften stark anheben, was nicht ohne Rekapitalisierung möglich sei. Die griechischen Genossenschaften sollten künftig nicht so sehr an sich selbst als vielmehr an die Interessen ihrer Mitglieder denken.

Franz Breiteneicher
Konrad Palla
Aliki Betziou und Polixeni Kapellou, Hanns-Seidel-Stiftung Athen

Franz Breiteneicher, Hauptgeschäftsführer der Raiffeisengenossenschaft Erdinger Land, wies in seinem Referat darauf hin, dass nur der Zusammenschluss vieler Bauern zu Produktionsgemeinschaften es ermögliche, über gleichbleibende Qualität und Quantität Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt zu erzielen. Er ermunterte deshalb die griechischen Landwirte dazu, im großen Stil landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften zu gründen, wobei sich hierbei die Politik heraushalten solle.

Was die griechische Landwirtschaft von Südtirol lernen könne, war Thema der vielbeachteten Rede des ehemaligen Generaldirektors des Raiffeisenverbandes Südtirol, Konrad Palla. Er legte dar, dass die landwirtschaftlichen Strukturen Südtirols und Griechenlands mit ihren stark zerklüfteten Landschaften und kleinen Bauernhöfen große Übereinstimmungen aufwiesen.

Durch genossenschaftlich gestützte intensive Bewirtschaftung gelinge es den Südtiroler Bauern, auf kleinen Produktionsflächen hohe Erträge zu erzielen. Für die gewinnbringende europaweite Vermarktung seien hierbei die Genossenschaften entscheidend. Nur sie können mit modernsten Produktions- und Lagertechniken die erzeugten landwirtschaftlichen Güter (Äpfel, Wein, Milch etc.) immer dann auf den Markt bringen, wenn gute Preise zu erzielen seien. Sie garantierten EU-weit zahlungskräftigen Großabnehmern darüber hinaus fest vereinbarte Lieferungen zu gleicher hoher Qualität. Die Schaffung von einheitlichen, vom Kunden leicht wiederzuerkennenden Qualitätslogos trage ferner dazu bei, den EU-weiten Vertrieb anzukurbeln. Auch für das Südtiroler Genossenschaftswesen gelte, dass die Politik in den Selbstverwaltungsgremien nicht vertreten sein solle.

Der Moderator der Diskussion, Panos Kakolyris, stellte abschließend fest, dass eine Reform des griechischen Genossenschaftswesens dringender notwendig sei denn je.